Donnerstag, 2. April 2009

Kathmandu - Namche Baazar (Everest Trek)

Namaste!
welch kleine Welt. Im Himalaya gibt es Internet! Unglaublich gell? Bin vor zwei Tagen von KTM nach Lukla geflogen. Musste um 8h am Flughafen sein. Propellermaschine mit 12 Passagieren. Wenn man einen fruehen Flug nach Lukla hat ist das nur gut, da der Ort von den Piloten zwischen zwei Bergen - man stelle sich ein grosses "V" vor durchflogen werden muss (auf Sicht!!) und nach einer Rechtskurve gegen den Berg auf einer Landebahn die ca. 500 m lang sein duerfte den Berg hoch landen. Das fuehlt sich so an, wie wenn man einen Pfannenkuchen aus der Pfanne auf seinen Teller schmeisst. Patsch! und man ist gelandet...

War einer der interessantesten Fluege die ich bisher hatte..

Der Flughafen in KTM muss man sich als ca. 40x40m grosse Halle vorstellen, die in der Mitte geteilt ist. Im vorderen Teil ist der Check-In. Hier trifft man auf Tagestouristen die mal schnell in die Berge zum Trekken fliegen wollen, Touristen die mit Budda Air oder Yeti Air einen Rundflug zum Mt.Everest (fuer 80 Dollar sehr zum empfehlen!!) machen wollen, Expeditionen zum Mt. Everest die unglaublich viel Gepaeck bei sich haben und auf ein eigenes Flugzeug warten und die normalen Trekker die einfach ins Arnapurnagebiet oder in die Everest Region fliegen wollen. Hinter dem CheckIn die gleiche Halle mit Wartestuehlen. Man wartet hier dass der Flug nach Lukla geht. Da die Piloten auf Sicht fliegen (siehe oben) und das Wetter sich staendig aendert, wartet man. Wir waeren normal um 8.30h geflogen - um 11.30h ging es dann erst los...

Von Lukla aus gings 3h in ein kleines Dorf, wo wir auf 2600m uebernachteten. Heute morgen um 7h gings los und vor gut 2Std kamen wir in Namche Baazar auf 3440m Hoehe an. Morgen ist Akklimationstag. Bisher macht mir die Hoehe aber nix aus. Die Wege hierhoch sind besser ausgebaut als die Wanderwege in Oesterreich. Ich finde es sich schwieriger die Zugspitze via Ehrwald zu ersteigen (und das ist echt leicht!) als hier hochzulaufen. Die ganze Tour zum Basecamp lasst sich auch gut ohne Guide machen. Ein Traeger ist sinnvoll, so laeuft man fast ohne Gepaeck. Die Gegend ist unglaublich schoen. Tiefe Taeler mit Kieferwaeldern und reissenden Fluessen ueber die man auf schwindelerregenden Haengebruecken aus Stahl geht. Immer hohe Berge ueber 7000m im Visier. Dann sieht man den Berg der Berge vor sich. Zwar noch weit weg, aber doch sehr schoen mit der typischen Schneefahne um den Gipfel.
Namche Baazar hat ein Wasserkraftwerk und von daher permanet Strom. Hier gibt es alles. Internet, Baeckerei, Waescherei, Geschaefte die Souveniers verkaufen, Shops die Bergausruestung vermieten oder verkaufen...
Small World. Internet..wenige Kilometer vom Base Camp des Mt. Everest... Die Zimmer hier lassen sich mit Zimmern auf Huetten in Oesterreich gut vergleichen. Betten sind gut. Etagenduschen und Toiletten. everthing ok... Essen ist auch gut. Viel besser als das was ich in China oder in Kirgistan vorgesetzt bekommen habe. Und man trifft unterwegs jede Menge Landleute die hier auch trekken oder klettern gehen.

Unser Traeger ist ein Maennchen von ca. 155cm und 60kg. Der Mensch traegt ca. 80kg und war heute eine Stunde !! vor uns in Namche Baazar. Unglaublich...

Habe heute erfahren, dass mein Klettersherpa am 11.4. zu uns stossen wird. Es ist ein sehr erfahrener Bergfuehrer, der schon zweimal auf dem Mt.Everest stand und der mit mir alleine auf den Island Peak klettern wird. Wir werden um den 15. April (je nach Wetter) abseits ins BaseCamp und am 16.4. ins High Camp gehen. Jeweils Zeltuebernachtungen. Am 17.4. werden wir dann morgens sehr frueh aufstehen und den Island Peak besteigen. Am Abend wollen wir wieder im Base Camp im kuscheligen Schlafsack liegen. Bin guter Dinge dass alles klappen wird. Wenn ich sehe wer hier alles so rumspringt und was fuer unglaubliche Dinge die Leute mit sich herumschleppen - bin ich sehr gut vorbereitet und koerperlich in bester Verfassung.

Also werde ich mich entweder am 19 oder am 20. April wieder melden, wenn ich zurueck in Namche oder in Lukla sein werde.

Aktuell zieht es hier grad zu und es wird saukalt. Aber das ist hier wohl normal am Nachmittag. Morgens Sonne - sehr gute Sicht und warm. Nachmittags Wolken, etwas Schnee und saukalt.. aber das gehoert hier irgendwie dazu. So! ich geh jetzt einen Tee mit Milch schluerfen..
Gruesse in die Heimat!

Dienstag, 31. März 2009

Chengdu - Kathmandu

Hello,
heute morgen ging mein Flieger von Chengdu nach Kathmandu. Wollte die Nacht am Flughafen verbringen (so der Plan) da mein Flieger um 22.45h in Chengdu landete und um 07.40h gen Kathmandu wieder abheben sollte.
Wie es der Zufall wollte lernte ich in Urumqi einen Typen kennen der 7 Jahre in Chengdu lebte. Er rief eine Freund an, der mich vom Flughafen abholte. Wir gingen 5 min zu Fuss um die Ecke und da war ein kleines Hotel, wo ich fuer 15 Euro die Nacht verbringen konnte. Also ausgeschlafen nach Kathmandu.
Zuerst landeten wir in Lhasa zwischen. Die Chinesen spinnen. So eine Paranoia.. ich musste im Transferbereich bestimmt 10x meinen Ausweis und mein Ticket zeigen..so ein Schwachsinn. Das beste war aber, jeder musste in eine Box stehen wo er auf seine Groesse gemessen und sein Gewicht gewogen wurde. Was fuer ein Schwachsinn. Ich hab mich dann mit meinem Gepaeck reingestellt und gewartet ob jemand was sagt...pustekuchen.. also alles nur fake.. ich frag mich fuer was???

Der Flug nach Lhasa ueber die tibetische Hochebene war toll. Hatte mir vorher im Internet die Info geholt, RECHTS im Flieger zu sitzen. Und das hat sich als gute Info rausgestellt. Also wer je von China nach Nepal fliegen sollte immer RECHTS und immer WINDOW sitzen. siehe unten...

Von Lhasa aus muss der Flugzeug nach dem Start kreisen um Hoehe zu gewinnen. Die Berge aussenrum sind zu hoch um einfach wie gewoehnlich loszufliegen.
Nach einem 360 Grad Kreis gings dann los Richtung Kathmandu. Zuerst kam auf der linken Seite auf Hoehe von Butan ein 8000ender ins Blickfeld. Und dann auf der rechten Seite der Berg der Berge. Unglaublich welch ein Panorama. Mt. Everest und Lhotse im Vordergrund. So unglaublich schoen anzusehen. Ich glaub ich hab 30 Bilder gemacht..

Kathmandu ist eine haessliche und laute Stadt. Eine Mischung aus dem nahen Indien mit Frauen im Sahri und einer Mischung aus China und Pakistan. Sehr touristisch. Jeder will deine Kohle. Staendig versucht jemand dich ueber das Ohr zu hauen..

Der Nachmittag war ausgefuellt mit Besuch bei Sherpa Ass. Ich brauche ein Kletterpermit, ein Ticket fuer den Flug nach und von Lukla, meine Versicherungshotline muss durchgegeben werden im Falle einer Bergrettung fliegen die nur los, wenn die Kostenzusage da ist. Da hab ich in Deutschland aber schon vorgesorgt und fuer die ganze Reise was abgeschlossen..
Weiter musste gepackt, Proviant gekauft und an 1000 Kleinigkeiten gedacht werden... von Wasserentkeimungstabletten bis zum Sonnenschutz oder Toilettenpapier.. ich bin ja 21 Tage unterwegs. Man kann zwar unterwegs in kleinen Orten einkaufen, dass ist aber dort sehr teuer. Das groesste Problem war und ist Bargeld zu besorgen, da ich umgerechnet ca. 400 Euro in den 21 Tagen fuer Trinken und Essen und Leihgebuehr fuer Eisaxt und Steigeisen, Seile und Klettergurte und Karabiner benoetige. Aber alles bewaeltigt.
Morgen frueh um 7h gehts los. Ich reise 11 Tage mit einer australischen Lady die trekken geht und dann geh ich alleine mit Klettersherpa, Traeger und Koch los um auf den Island Peak zu klettern.

Handy funktioniert hier nicht. So werde ich mich wenn alles gut laeuft wieder am 21.04, speatestens am 22 oder 23.4. wieder melden.

Bis dahin NAMASTE wie der Nepalese zur Begruessung und zum Abschied verkuendet.

Sonntag, 29. März 2009

Turphan - und Ausblick auf die naechsten Tage

Heute waren die Sehenswuerdigkeiten um Turphan auf dem Programm.
Zuerst ging es durch die Wueste zu den "Flamming Mountains" die sehen in der flimmernden Hitze tatsaechlich ein wenig so aus, als wuerden sie brennen. Die Fahrt ging vorbei an vielen kleinen Oelpumpen. Die Oelvorkommen hier sollen groesser sein als die in den USA...aha. Die alten Stadte Jiaohe und Gaochang waren ihre Eintrittsgelder wert. Mir persoenlich hat Gaochang besser gefallen, da es ein riessiges Feld von ca. 2 km auf 2km darstellt, in welchem man sich frei bewegen kann und etwas Entdecker spielen kann. Man kann auch einen Eselkarren mieten und sich bequem per Esel durch das Ausgrabungsfeld fahren lassen. Aber das war mir zu bequem..ich wollte alleine entdecken..
In Jiaohe bekam ich gleich einen Anschiss, dass ich gefaelligst auf den Wegen bleiben soll.. Ich bemerkte dann, dass es im Abstand von ca. 500m ueberall so etwas wie Strassenlaternen gab. Eine naehere Untersuchung ergab, dass es sich um Ueberwachungskameras handelte..aha.. Big Brother is always watching you...
Das Emim Minarett gab ich mir nur von aussen und nur fuers Foto..hab soviele Moscheen und Minarette in den letzten Wochen gesehen, da reicht es, wenn ich das Teil von aussen betrachten konnte.
Das Karez Bewaesserungsystem, zu welchem man auch immer gerne gefahren wird, da es guenstig auf dem Weg liegt, hab ich mir auch nur von aussen gegeben, da auf dem Weg von Kashgar hierher und im Iran ich solche Bewaesserungssysteme bereits betrachtet habe - ohne Eintritt zu zahlen. Aber wer so was nicht kennt, ist bestimmt interessant.
Es werden hierbei unterirdische Fluesse angezapft und das Wasser von der Quelle an den Platz des Bedarfes transportieren. An strategisch wichtigen Punkten werden Brunnen gebohrt, die das Wasser nach oben bringen und in oberirdischen Kanaelen dann kreuz und quer durch die Stadt oder die Oase fliessen lassen - einfach ausgedrueckt. Imposante alte Technik..

Die Grotten von Bezeklik habe ich mir auch nicht gegoennt, da ich im Laufe meiner Reise noch dieLongmen - Grotten von Louyang anschauen werde, die ebenfalls ein Zeugnis von fruehbuddistischer Kultur in China sind, die auch auf die Einfluesse der Seidenstrasse zurueckzufuehren sind.

Den Iding See konnte ich leider nicht betrachten, da mein Fahrer sich weigerte die schlechte Strasse dorthin zu fahren. Ok - ich bin schon schlechtere Strassen gefahren. Aber der gute Osman, so hiess der Fahrer wollte nicht die Federung seines Busses opfern, nur damit ich den See sehen konnte. Schade, waere gerne am zweittiefsten See der Erde (-154m unter Meereshoehe) mal gestanden. So hats nur fuer -45m gereicht. So tief liegt Turphan City.

Als ich heute dann am nachmittag zurueckkam versuchte ich ein Internetcafe mit Drucker zu finden - in dieser Stadt unmoeglich. Ich bin dann einfach zur China Telekom gegangen, da ich mir dachte, die haben schnelles Internet und bestimmt auch einen Drucker. Schnelles Internet ja, Drucker nein. Aber ich fand einen sehr netten Menschen dort, der gutes Englisch sprach und der mir weiterhalf.
Er hat mir zuerst den Acrobat Reader auf seinem Laepi installiert und dann haben wir alles notwendige auf meinem Stick gespeichert. Anschliessend zog er mit mir los um einen Drucker zu suchen - wir fanden dann einen. Sehr nett.
Er fragte mich, ob ich nicht Lust und Zeit haette noch ein wenig bei ihm zu bleiben. Ich hatte ja nix vor/.. so haben wir den fruehen Abend dann damit verbracht uigurische Songs auf meinen Stick zu laden..ich hab nun ca. 500MB Hitparade Uigur dabei :))) dann fragte er mich, ob ich nicht Lust haette heute abend in der Abendschule ein Referat vor Leuten abzuhalten, die Englisch lernen wuerden. Ich koennte ja von Deutschland erzaehlen. Also ich hab dann ja gesagt, da ich nix vorhatte und das ein witziger Abend werden wuerde.
So hab ich dann vor ca. 10 Leuten 2Std ueber Deutschland und unsere Lebensweise, Arbeit, Leben, Kosten etc. erzaehlt. Ich hab manche Vorurteile brechen koennen und manche Lebensweisen von uns Europaeern haben nur Staunen und grosse Augen hervorgebracht. War ein lustiger Abend gewesen. Ich hab nebenbei viel ueber die Uiguren erfahren, da ja meine Beispiele von Deutschland immer wieder kommentiert wurden mit...aber bei uns ist das so und so...

Ausblick:

Morgen fahr ich nach Urumqi und versuche im Laufe des Tages an den Ort Baojiacaozi zu gelangen, der ca. 30km von Urumqi entfernt liegt. Hier soll laut den neusten Berechnungen der Mittelpunkt Asiens liegen.
Um 19h geht mein Flieger nach Chengdu und der groesste Teil der Seidenstrasse wurde von mir bereist. Muss mal noch ausrechnen wieviele KM ich zurueckgelegt habe. Schaetze es duerften so ca. 10000 - 12000km gewesen sein.
Am 31.3.09 lande ich in Kathmandu. Habe bereits mit einer Agentur Kontakt aufgenommen. Ich werde vom Flughafen abgeholt und bereite mich gleich noch an dem Tag auf meine Trekkingtour/Klettertour vor.
Am 1.4. so hab ich per Email erfahren gehts mit dem Flieger nach Lukla und von dort per pedes bis zum Everest Base Camp. Das wird so um den 11.4.09 sein. Dann gehts von dort weiter zum Island Peak. Dort werde ich in drei Tagen versuchen mit einem Klettersherpa und Koch und Traeger den Gipfels dieses Berges zu erreichen. Laut den nepalesischen Bestimmungen handelt es sich um einen Trekkingberg, tatsaechlich handelt es sich aber um Hoehenbergsteigen mit Steigeisen, Eispickel und Kletterausruestung. Geht auf 6189m. Technisch ist der Berg nicht so schwer, die Hoehe machts aus.
Ich will laut Tourplan am 22.4.09 wieder in Kathmandu sein. Am 23.4. geht um 15h mein Flieger nach Indien.

So werde ich mich vielleicht am 31.3. kurz aus Nepal melden oder aber erst am 22/23.4. wieder, wenn ich vom Klettern zurueck sein werde.
Bis dahin Horido!!!

Samstag, 28. März 2009

Hotan - Turphan (durchs Herz der Taklamakanwueste) 1200km

Durch die ca. 600km von Kashgar nach Hotan und dass in dem Bus der wie ein Wildpferd bockte - dachte ich mir, schlimmer kann es nicht kommen.
Laut meinen Unterlagen sollte die Fahrt von Hotan nach Turphan ca. 17 Std dauern. Gleich vorweg, es wurden mehr..ich war 28Std am Stueck unterwegs. Das war ein Tour...
Es fing harmlos an. Auf dem Busbahnhof in Hotan, wurde mir ein Bus zugwiesen, der von aussen wie ein neuer MAN aussah - chin. Modell - gut kopiert. Innen dann... keine Sitze, sondern Kojen!! das muss man sich so vorstellen. Drei Reihen, jeweils eine am Fenster und eine Mittelreihe. Oben und unten Kojen. Diese haben eine Lange von ca. 185cm - fuer Chinesen und Uiguren gerade richtig - fuer Europaer die groesser sind als 185cm..grinz...
Ich hab mir einen Fensterplatz ergattert und los ging die Fahrt durch die Wueste. Nach Stunden der Fahrt dann die erste Pause...alles rennt los in die Duenen..die Frauen ueber die Strasse in den Sand, die Maenner hinter dem Bus in den Sand... starker Wind und angenehme Temp. Bin froh, dass ich ein langaermeliges Hemd trage, bei dem Sand ware Tshirt eine Qual..

Dann geht weiter. Irgendwann gegen 20h der naechste Halt in einer staubigen Oasenstadt. Von hier gehts nun direkt 500km quer durch die zweitgroesste Wueste der Welt, sagt mein Reiserfuehrer.
Aber zuerst wird in einem uirgurischen Lokal gegessen. Der Wirt kommt aus dem Hinterzimmer in des Gastraum aeh...in dem Raum wo drei Tische und 12 Plastikstuehle stehen und schenkt ersmal Tee aus. Dann schreit er mich irgendwie an..es fuehlte sich so an wie angeschrien..warscheinlich sagte nur Guten Tag zu mir.GRINZ.
Ich hab dann - da englisch sowieso keinen Zweck hat, auf badisch zurueckgeschrieen, dass ich Hunger hab und er seinen Arsch in die Kueche bewegen soll und mit einer Ladung "lamaghan" dass sind Nudeln mit Fleisch wiederkommen soll. Er hat wohl "lamaghan" verstanden und mich wie eine Kuh angeschaut. Ich hab dann mit noverbalen Gesten deutlich gemacht, dass ich Hunger hab und er Gas geben soll. Alles hat gelacht und 5min spaeter stand mein Essen auf dem Tisch.hehehe..
Essen war wieder erwarten gut. Dafuer hat er mir 10 Yuan abgeknoepft. Das sind ca 1.10Euro. Wucher. Ich hab schon fuer 7 Y gegessen.
Egal. Irgendwann gings dann weiter und mitten in der Nacht wurde ich geweckt. Glaube es war so um 1h. Ich musste den Bus wechseln. Keine Ahnung wieso. Also in den naechsten Schlafbus. Der Fahrer gab mir noch 30Y zurueck und meinte irgendwas was ich nicht verstand. Dachte mir aber, dass dies fuer irgendeinen Bus die Gebuehr sein muss und wer das Geld will wird sich schon melden. Also in die naechste Koje. Leider nur noch Mittelgang frei, aber Gott sei Dank oben.. Werde um 8h durch Gedudel wach. Es laeuft irgendeine DVD mit urigurischen Gesaengen. Tolle Weckmusik. Um 9h dann der naechste Buswechsel wieder irgendwo in der Wueste wartet ein Bus und ich steige um. Dieser Busfahrer will dann die 30Y Gebuehr haben. Aha. Komme um 16h Bejingzeit an. Suche mir ein Hotel und kann den Preis kraeftig runterhandeln, da noch Vorsainson.
Kauf mir endlich eine Uhr auf dem Basar fuer teure 2 Euro, so eine G-Shock Kopie. Aber sie geht. Jetzt hab ich endlich wieder die Bejing Zeit am Arm.
Witzig ist das schon. Selbst in Kasghar gab es Bejing Zeit und Lokal Zeit. Nach der Bejing Zeit wurde es in Kashgar erst um 10h hell, dafuer aber bis 24h. Bejing liegt halt ca. 4000km von Kashgar entfernt und da sind einige Laengen und Breitengrade dazwischen..

Im Zimmer des Hotels hab ich sogar einen eigenen Rechner mit Internetzugang. So kann ich quasi vom Bett aus meinen Blog bedienen. Auch nett.
Morgen werde ich Turphans Umgebung erkunden. Hab mir hierzu heute abend einen Fahrer nebst Auto angemietet. Der gute wird mich morgen den ganzen Tag durch die Gegend kutschieren und mich zu den Sehenswuerdigkeiten bringen, die ich sehen will. Da hier absolute Vorsaison herrscht, kann auch hier gut gehandelt werden.
Am 30. fliege ich dann abends nach Chengdu und nach einer Nacht am Flughafen morgens weiter nach Lhasa und weiter nach Kathmandu.
Der erste Teil meiner Reise naehert sich somit langsam seinem Ende zu. Die Seidenstrasse ist fast abgefahren. Es fehlt noch ein Stueck bis XI'an, dass ich im Teil 3 meiner Reise zuruecklegen werde.
Nun bereite ich langsam aber sicher auf Teil 2 meiner Reise vor: Nepal und Trekking zum EBC (Everest Base Camp) und vielleicht zum Gipfel des Island Peak.

Gruesse von der Seidenstrasse
coco

Kashgar - Kothan (Hotan) die Stadt der Jade

Horido,
die Fahrt von Kashgar nach Kothan oder Hotan wie es hier heisst, dauerte geschlagene 11 Std. Ich denke von den 11 Stunden war ich bestimmt 4 in der Luft :) - ernsthaft, irgendetwas an dem Bus war nicht in Ordnung. Der schaukelte sich derart auf, dass man wie auf einem wilden Bronco in seinem Sitz herumflog. Nichts fuer zarte Maegen. grinz. Waehrend der Fahrt haben drei Leute aus dem fahrenden Bus gekuebelt :) - was bestimmt nach nicht so angenehm war, da erstens ein starker Wind herrschte und zweitens in der Wueste zwangslauefig viel Sand in der Luft ist. Man konnte ungefilert in die Sonne sehen, soviel Sand war in der Luft. Interessante Fahrt war es trotzdem.
In Hotan dreht sich alles um Teppiche, Seide und vor allem WEISSE JADE. Ueberall trifft man auf sie. Auf oeffentlichen Plaetzen, auf Denkmaelern, im Hotel, in unzaehligen Geschaeften entlang der Hauptstrasse und am Abend im Bazzar, wenn die Leute ihre Teppiche ausbreiten und den "Fang" des Tages ausbreiten und unter dem strengen Blick jadesuchender Uiguren, die mit Taschenlampen die Steine durchleuchten, diese versuchen an den Mann zu bringen.
Irgendwie liegt hier so ein "Goldfieber" in der Luft, vor allem draussen am Jade-Kashgar-Drachenfluss.
Dieser kommt direkt aus der tibetischen Hochebene herabgeflossen, an die Hotan angrenzt. Hier sitzen in dem ca. 500m breiten fast ausgetrockneten Flussbett hunderte von "Gluecksritter" welche die weisse Jade suchen und dann am Abend auf der Strasse oder in Geschaeften verkaufen.
Man kann hier einfache runde Anhaenger als Halskette fuer 15 Euro erstehen, in der Vitrine nebenan finden sich dann Stuecke fuer 200 - 2000 Euro. Je nachdem was der Schleifer aus dem Stein gemacht hat. In der Regel werden kleine Motive wie Drachen oder Flusslandschaften in den Stein geschliffen oder es werden Tiere oder Budda herausgeschliffen.
Ich hab aber auch Steine gesehen, die kosteten schlappe 29.000 Euro - 34.000 Euro. Wenn man so durch die Gassen schlendert, wird man automatisch von dem Jadevirus angesteckt. Irgendwie toll. Die Frauen in meiner Verwandtschaft wird es freuen wenn ich zurueck bin. grinz...

Kurz bevor ich abfuhr hab ich dann tatsaechlich ein Cafe gefunden, wo ich einen echten Cappuccino serviert bekam - unglaublich wie lecker so was schmeckt, wenn man mehrere Wochen darauf verzichten musste. Es gab dann noch einen Erdbeerkuchen auf chin. Art.. naja..sag ich nur..

Mittwoch, 25. März 2009

Karakoram Highway

Heute war ein langer Tag. Um 5h gings los. Mit dem Mietwagen/Fahrer zusammen mit einem Briten und einen Israeli entlang des Karakoram Highway bis kurz vor die Tore der Stadt Tashkurgan. Die Stadt liegt vor der pakistanischen Grenze und wird ueberwiegend von Reisenden ueber den Khunjerab Pass (ca. 4800m) genutzt. Leider ist der Pass bis 1.Mai gesperrt. Dementsprechend ruhig war es auch auf der Strecke. Auf der Rueckfahrt hielten wir am Karkul See (3600m) an. Dieser ist umgeben von dem grandiosen 7546m hohen Mount Muztagh Ata und anderen 7000. Der ideale Ort um zu trekken. Zuerst gabs in einer Jurte bei Nomanden Buttertee und etwas Brot. Dann gings los. Die beiden Mitfahrer wollten nur um den See laufen. Also ging ich alleine auf Tour. Denke der Berg zu Fuessen des Muztagh Ata war ca. 4000 - 4200m hoch. Dementsprechend ging die Pumpe :) . War aber ein tolles Erlebnis da oben zu stehen und auf den tief unter mir liegenden See und den hoch ueber mir liegenden Gipfel des 7500er zu schauen.
Leider war die Sicht nicht so gut und es gab dann irgendwann Schneeschauer. Ich stieg dann recht schnell zum See ab und lief zurueck zum Auto.
In Kashgar noch schnell einen Kebab reingedrueckt im Restaurant an der Strasse - schoen mit Liegesofa.grinz. und jetzt gehts dann ab in die Kiste. Ist 21.30h und ich bin hundemuede. Morgen fahr ich weiter nach Khotan (zumindest hab ich vor soweit zu kommen). Das ist eine Stadt am Rande der Taklamakanwueste, die fuer ihre weisse Jade beruehmt ist. Von dort aus will ich quer durch die Taklamakan auf einer neuen Schnellstrasse wieder hoch zur noerdlichen Seidenstrassenroute wechseln. Hab die Route im GEO gelesen und war hin und weg. ueber 600km reinste Wueste. Das wird bestimmt toll werden.

Gute Nacht :)

Dienstag, 24. März 2009

Durch Kirgyztan bis Kashgar

Hallo again aus China.

Die letzten Tage waren sehr abenteuerlich. Ich startete in Fergana(Uzbekistan) vor drei Tagen. Mit den beiden Prof. die in Chiwa traf. Wir fuhren zusammen nach Andijan, das ist an der Grenze zu Krigistan/Tatjikistan.
Ich hatte viel im Vorfeld ueber Krigistan und seine Polizisten von anderen Travellern gehoert und stellte mich auf harte Zeiten ein. Sie sehen einen als fette Kuh die gemolken werden muss....im Land selbst sind nicht alle Ziele erreichbar, da die Saison noch frueh und der Schnee noch hoch, Strassen nicht passierbar sind. Der Tourgut Pass ist sowieso reine Schickane, also das muss ich mir nicht geben. So entschied ich ueber einen kleinen Nebenuebergang Richtung Tatjikistan das Land Krigistan nach China zu verlassen. Aber soweit sind wir noch nicht. Zuerst musste ich ja mal erst Uzbekistan verlassen.
Wieder eine langwierige Zollerklaerung ausgefuellt. Meine bei der Einreise, welche auf jeden Fall mitgefuerht werden musste, interessierte kein Schwein, auch die nicht, welche ich akutell ausfuellte. Ich hatte nur 20 Euro im Geldbeutel fuer den Fall, dass die Polizei das Verlangen hat mir wegen irgendwas Kohle abnehmen zu wollen. Den Rest hatte ich wie immer am Koerper verteilt..
Nachdem erst der Chefe persoenlich kam und mich in trotz EDV in ein Buch eintrug und persoenlich signierte, durfte ich Uzbekistan verlassen. Also rein nach Kirgisien dachte ich. Am Zoll war alles nett, niemand wollte, dass ich meinen Koffer oeffne oder so. Zwar Schlange von Leuten aber das ist normal.. also irgendwann kam ich dran und ahh...der Grenzbeamte zeigte auf eine dunkle Gluehbirne. Kein Strom, keine EDV..ich sollte warten bis 18h dann waere wieder Strom da. Ich sagte ok, was soll ich sonst tun?
Er fragte wo ich hinwolle. Ich machte den Fehler und erklaerte ihm, dass ich nicht in Osh bleiben wollte, sondern nach Sary-Tash reisen wollte, mitten in den Bergen Krigistan, 90km von der chin. Grenze entfernt.
Aha - dachte sich die Sau und meinte, dass ich da heute wohl nicht mehr hinkomme wuerde. Ich sagte ja das wird wohl so sein..im Spiegel hinter ihm sah ich, dass der PC auf Standby lief, also Strom da war...der Hund wollte nur Geld..
Ploetzlich war da ein "Freund" der meinte, ob ich nicht krigisische SOM haette. Ich sagte nein, ich hab nur uzbekische SUM. Er meinte, es waere hilfreich das Geld in lokales Geld zu tauschen (ach denk mal.. das hatte ich sowieso vor...) also ging ich mit ihm zu einer Bank an der Grenze. Dort tauschte ich mein restliches uzbekisches Geld - es war Sonntag und die Banken in Osh hatten sowieso zu und sonst haette ich auch kein Geld bekommen. Also hab ich noch 10 von
meinen 20 Euronen getauscht und wir gingen zurueck zum Grenzhaus. Dort kam dann der Beamte mit sorgenvollem Gesicht heraus und meinte, dass er mich ja heute abend registrieren kann, wenn die EDV wieder geht - die Gebuehr ware so 10 Euro in SOM. Ich zahlte - da ich mir sowas in der Art schon dachte... das mit dem Strom war ja nett eingefaedelt.
Also war ich in Krigistan. Ah - mein Pass war natuerlich schon lange fertig. Als ich zahlte bekam ich diesen mit allen Stempeln und so ausgehaendigt. grinz.

In Osh versuchte ich ein Taxi nach Sary Tash zu bekommen. Sehr schwierig, da Sary Tash selbst fuer kirgisische Verhaeltnisse nicht zu den Orten zaehlen, wo der Baer tanzt... ich fand dann einen Farmer der mit einem alten Mercedes Bus (die fahren dort alle deutsche Autos im Alter zw. 10 -15 Jahre - hab mal geschaut ob mein alter Opel hier rumfaehrt..) und 5 Fahrgaesten und 2 Tonnen Kalk an Bord.
16h gings los - aber zuerst auf einen Hinterhof. Dort haben wir den Kalk umgeladen auf einen Lkw der uns ebenfalls begleitete. 17h nachdem alle mithalfen beim Umladen, bin ich dann fuer 400 Som, das sind ca. 8 Euro mitgenommen worden. Die Fahrt dauerte bis 00.45h. Ich las, dass die Strasse dorthin einigermassen sein sollte und erst hinter Sary Tash schlimm werden sollte.
Aber was ich da sah... dachte es kann nie schlimmer werden. Die Karre ging als am Berg aus (Paesse ueber 3600m) schneeverwehte Strassen, minus 10 Grad draussen, Schotterstrassen mit ausgefahrenen hartgefrorenen Rinnen... wir mussten den Bock als anschieben (rueckwaerts den Berg runter) da der Anlasser kaputt war... aber irgendwann kamen wir an. Im Auto sass auch Juri mit Frau, der in Sary Tash an der Schule den Kindern dort als Lehrer russisch beibringt. Er meint, es sei alles im gruenen Bereich. also gut.
Unterwegs haben wir in einer lokalen ubeheizten Betonbude (Raststaette) Halt gemacht und wirklich gut gegessen. Heisses tolles Gulasch und heissen Tee. War echt gut.

00.45h blieb der Mercedes in einer Schneewehe direkt vor dem "Hotel" stecken. Ich bekam einen Raum gezeigt, in dem vier Betten standen die sowas von dreckig waren, aber der Raum war einigermassen bei plus 2 Grad warm. Also Schlafsack raus und mit Klamotten und Jacke rein. Geschlafen bis 6h. In der Nacht kam dann der Mercedes Anschiebhilfe von einem Lkw der vorbeikam. auch gut.
Ich warte auf einen vorbeifahrenden Lkw zur chin. Grenze. Es kam ein Uigure der meinte ich soll nochmal bis 8h schlafen und dann wuerde er mich mitnehmen.
Also wieder in Schlafsack, Urigure legte sich Bett neben mich und deckte sich schoen zu. grinz.
um 8h ging ich raus, der Herr schlief weiter, also dachte ich mir, ein anderer Fahrer muss her.
in der guten Stube traf ich Atonji?? er lud mich sofort zum Fruehstueck ein und meinte nebenbei, dass er nach Kashgar fahre und ich mitkommen koenne. Er wollte ums verrecken kein Geld von mir annehmen. Ich musste ihm zum Schluss foermlich 8 Euro aufzwingen. Unterwegs merkte ich dann, dass die Strasse gestern ein Traum war. Das man mit Lkw und Anhaenger solch eine Strasse aeh Piste oder Fahrspur ueber 100km fahren kann, verlangt wirkliches Feeling am Steuer.. unterwegs begleiteten uns ueber 10km zwei Adler die bis auf 20m immer wieder an den Lkw heranflogen. witzig.
Tolle Landschaft dort. Einsamer geht es glaube ich kaum. Also fuer Trekkingtouren im Sommer muss dass hier die Nummer 1 sein.

Die Grenze aus Kirgistan war relativ einfach. Es bildete sich ein Lkw Stau von 3 Km da die Grenze fuer Stunden geschlossen war. Ich verliess Atonji nach Austausch von Adressen und der zusage, dass sein Sohn anrufen werde, da der besser Englisch koenne als er und ging zu Fuss an die Grenze. Uebergang war einfach. Gab einem Zoellner ein Packung Kippen, die ich mir gekauft hatte und schon wurde ein Fahrzeug beigeschafft, dass mich die 7km durch das Niemandsland an die chin. Grenze brachte. Dort musste ich meine Koffer oeffnen und alles wurde genau angeschaut. Musste sogar die Bilder auf der digicam vorzeigen. Ich meinte dann nur sueffisant, ob er Zeit habe. Der Beamte fragte wieso, ich sagte, dass ich ca. 600 Bilder bislang geschossen hatte, da ich ja schon eine Weile unterwegs war..

Das reichte ihm wohl. Draussen vor dem Tore traf ich einen "Biznezman" der aus Kirgistan kam und mit ihm zusammen mieteten wir uns ein Taxi ins ca. 200km entfernte Kashgar. Kam um 22h dort an.
Suchte mir ein nettes Hotel im Asia Stil mit allen Bequemlichkeiten.

KASHGAR

Heute stand Kashgar auf dem Plan. Die Fahrt gestern von der Grenze weg, machte schon richtig Laune. So tolle und vielfaelltige Landschaft. unglaublich.
Die Stadt hier ist das interessanteste was ich auf meiner Tour bislang sah. Ein Schmelztiegel an unterschiedlichster Menschen. Hier merkt man richtig, dass der Handel mit anderen Laender einen jahrtausend alte Tradtion hat. Der Hauptteil der Menschen sind Uigiuren die eine Turksprache sprechen, aehnl. dem tuerkischen bzw von der Klangmelodie eher persisch. Man sieht Uzbeken, Tatjiken, Kasachen, Russen, Han-Chinesen - blonde, rothaarige, asiatisch schwarze Haare..die Basare sind voll von allen moeglichen und unmoeglichen Dingen. Traf unterwegs eine Han-Chinesin, die also Touri ich hier rumsprang. Wir kamen ins Gespraech. Sie meinte, dass sie hier ihren Mann besucht, der seit 2 Jahren hier arbeitet. Sie wohnt in der Naehe von Hongkong. aha. wir trafen den Mann um 15h zum gemeinsamen Dinner. Sehr interessant was wir assen. Reis mit Schafsfleisch und suessen Jogurt. Schmeckte so einigermassen.grinz. hab immer noch einen teilweise europaeischen Magen.lacht. Nach dem Essen ging ich dann meiner eigenen Wege.

Leider bin ich zum Sonntagsmarkt um einen Tag zu spaet gekommen. lag aber am Visa. bis naechsten Sonntag will ich aber nicht warten.

Traf vorhin auf der Strasse einen Typen aus England, der fragte mich ob ich zum Karakul See wolle. Ich meinte, dass ich da morgen hinfahren werde und ueber nacht bleiben wolle. Nach kurzem Gespraech wurde klar, dass er und ein Freund auch dieses Ziel haben und wenn wir eine Tagesexkursion daraus machen, es fuer uns billiger und stressfreier werden wird. Also gehts morgen um 7h los. Das heisst fuer Eure Zeit, heute nacht um 24h, da ich Euch um 7 Std voraus bin. Wir wollen unterwegs uns auch an dem schmalen Handtuch aufhalten, dass zw. Indien und Tatjikistan nach China reicht - Afghanistan. Dort hinter dem Bergen sollen nach Geruechten die Amis grad Truppen haben. Aha.
Aber davon werden wir wohl hoffentlich nicht viel mitbekommen.
So. Mehr faellt mir grad nicht ein.
Bis die Tage..
Wie immer..Ohren steifhalten...

Samstag, 21. März 2009

Chiwa - Tashkent - Fergana Tal (1200km) was in den letzten beiden Tagen geschah..

Salute,
bin nicht in Tashkent, sondern schon im Fergana Tal, nahe der kirgisischen Grenze. Ab morgen gilt mein Visa fuer Kirgistan und da will ich keine Zeit verlieren, da das Reisen dort um diese Jahreszeit problematisch erscheint. Aber der Reihe nach.

In Chiwa hab ich beim Abendessen in meiner Pension zwei nette aeltere Herren aus Deutschland kennengelernt. Einer ehem. Verkaufleiter einer Firma, der andere Ex Dozent/Prof. an der Uni Kiel, Historiker. Der Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch. Wir haben uns zusammengetan und sind gemeinsam mit dem Taxi vom Chiwa zum Flughafen - wir hatten denselben Flug mit der IL. Aus der IL wurde dann aber eine Tupolew und die flog zuerst nach Nukus an den Aralsee :) fiel wohl eine Maschine aus und es wurde umgebucht.
In Nukus mussten alle aussteigen und den schoenen Provinzflughafen bewundern. Wir durften sogar um das Flugzeug herumlaufen und es von unten begutachten.grinz.
In Tashkent angekommen, entschloss ich mich mit den Herren gleich ins Ferganatal mitzufahren. Die Fahrt dauerte 5h und ging ueber 380km ueber Schotterpisten und Paesse. Zuerst war es aber ein Kuhhandel am Busbahnhof um ein Taxi/Minibus. Die beiden Herren kapierten nicht gleich, dass man in Uzbekistan auf Maximierung ausgelegt ist. D.h. kein Platz bleibt unbesetzt. Kaum hatten wir einen guten Deal fuer ein Auto ausgehandelt, sass schon ein Uzbeke auf dem Beifahrersitz. Nun hatten wir jeder 2 Gepaeckstuecke. Etwas eng. Also wieder alles ausgeladen. Das ganze fand 4 oder 5 mal statt. Ich hab mich innerlich fast abgelacht. Stellenweise 20 wild gestikulierende Uzbeken um uns herum. Einer der beiden Herren immer um den Preis feilschend und als ihm die Leute zu eng wurden, sich wie ein Derwisch im Kreis drehend Platz schaffend. Sehr lustig. Ich hab von ausserhalb in Ruhe meine Verhandlungen mit Kuli auf einer Ziggarettenschachtel gefuehrt. Ging auch. Letztendlich fuhren wird dann um 14.30h los.
Als wir Fergana ankamen gings mir richtig dreckig. Dachte die Krankheit waere endlich vorbei, aber es wurde richtig schlimm.
Nachdem den beiden Herren ein gutes Mittelklassehotel zu teuer war (33Euro pro Nacht mit Fruehstueck, Hotel Asia) und in einen altes Osthotel zogen, das 10 Euronen billiger war, fuhr ich wieder zurueck in das Asia. War die richtige Wahl. Nach dem Essen hab ich eine Schwitzkur ueber die halbe Nacht durchgezogen mit Baedern etc. und heute morgen war ich wieder halbwegs fit. Ok, der Husten ist noch da. wird auch noch ne Weile da sein, aber es geht besser. Konnte im Hotel heute morgen sogar mal wieder 1h Krafttraining durchziehen. Schoenes Gefuehl wieder mal Sport gemacht zu haben.
Heute hab ich mich mit den Herrschaften getroffen und wir fuhren nach Margilan. Das ist ein beruehmter Ort hier fuer Seidenraupenzucht. Das liegt auf der Seidenstrasse doch nahe oder?
und ich brauche noch einen Schal fuer die Wueste in China, da ich meine Reiseplaene etwas andern werde und nicht die noerdliche Seidenstrasse in China, sondern die suedlichen Seidenstrasse nach Turfan bereisen werde. Da muss ich ca. 1000km durch reinste Wueste fahren. Da brauch ich einen FES vor dem Kiefer..

Morgen fahr ich nach Andijon. Werde mit mit den Herren Prof. die ebenfalls nach Andijon wollen ein Taxi teilen und von dort nach Osh in Kirgyztan fahren. Die beiden Herren wollen mich zur Grenze begleiten. Ich werde in Osh noch versuchen noch bis Saryn zu kommen. Das liegt zwar nur 190km suedlich von Osh, ist aber der Ausgangsort zur Grenze nach China. Hierzu muss ich einen Pass von 3680m Hoehe queren. Wenn nicht steige ich vielleicht im Osh Guesthouse ab. Da dies wohl ein Treff fuer Alleinreisede Richtung China ist (*laut Lonely Planet). Kippen fuer die chin. Zoellner hab ich mir hier schon gekauft..
Kann sein, dass ich mich erst in ein paar Tagen aus China melden kann. Keine Ahnung wielange ich im Gebirge unterwegs sein werde.

Da es mir aber koerperlich wieder gut geht, bin ich guten Mutes.

xayr! wie der Uzbeke zum Abschied verkuendet..

Donnerstag, 19. März 2009

Die letzten Tage (Buchara - Chiwa 590km)

Moin.
Bin in Chiwa gelandet. Liegt an der Grenze zu Turkmenistan, ziemlich im Westen von Uzbekistan.
Bin von Buchara aus mit einem privaten gemieteten Fahrer hergekommen. Hab Dave - der Prof. an der Uni von Almaty in Kasachstan ist - und der in selben Pension wie ich in Samarkand war, wiedergetroffen. Wir haben zusammen den Wagen durch die Wueste gemietet. War ne abenteuliche Fahrt. Ueber eine schwimmende Bruecke, aus Pontons der russ. Armee. Ewig alt das Teil und die Hoehenunterschiede zwischen den einzelnen Teilen wurden grad mit einer Ladung Dreck aus einem Lkw ausgeglichen. Aha. Aber es ging. man konnte tatsaechlich drueberfahren.
Chiwa ist sehr klein und sehr touristisch. Die Festung ist vielleicht 300x300m gross. Die Waende der Haueser und der Festung selbst bestehen aus Sand gemixt mit Stroh und wasweisich... bin hier grad zusammen mit einer Reisegruppe Franzosen und Japaner die einzigen Touris.
Wenn man da dann so alleine durch die Festung schlendert, kommt schon Seidenstrassenfeeling auf. Wirkt alles sehr echt.
Leider gibt es auch ein paar negative Seiten. Ich habe keine Stelle gefunden die Geld tauscht. Es gibt zwar hier einen ATM wo ich Dollar bekomme. Das ist gut, da ich fuer Krigistan Dollar brauche, aber tauschen tut mir das Geld niemand. Hab gestern mit haengen und wuergen 20 Dollar in einem Hotel in Sum tauschen koennen. Die Nationalbank hat zu :) die naechste Bank ist 20km weg in Urganch. Das Taxi dorthin kostet aber auch Geld. grinz.
Weiter ist es hier SCHWEINEKALT. Auf der Fahrt durch die Wueste wurde es immer kaelter. Ich hab grad alle meine Jacken und Handschuhe an. Trage noch Fleecepulli und Polo drunter. Liegt vielleicht auch dran, dass ich krank bin. Hab mir irgendwo einen ganz trockenen Husten geholt. Schaetze im Iran. Dazu kommt ein wenig Fieber. War mit Sultan noch in Buchara in einer Apotheke. Sultan wollte die ganze Apo. leerkaufen. Hab dann auf das wesentliche reduziert. War immer noch ein Berg Medikamente. Hoffe das der Husten bald vorbei ist. Ansonsten muss ich den Tag hier irgendwie rumkriegen. Hab mir ueber Opodo.de einen Flug von Urganch nach Taschkent fuer morgen frueh um 10h gebucht. Flieg mit einer IL 61 was immer das auch ist. Muss im Netz mal recherchieren..Hatte keinen Bock auf 12Std Busfahrt nach Taschkent. Bis so um 12h schon in Taschkent und kann meine Reise nach Kirgistan vorbereiten, bzw. das Neujahrfest feiern, dass am 20.3. ueberall in Asien gefeiert wird. Um 15h ist es soweit, da knallen die Korken!!

Kirgistan wird wohl nicht so einfach. Das Land besteht zu 94 Prozent seiner Flaeche aus Bergen. Durchschnittshoehe uerber Meer 2700m. Die Paesse die ich nach China reisen wollte sind alle bis Mitte Mai gesperrt. Muesste von Osh nach Bishek fahren (700km) und von Bishek ueber den Torgutpass (500km) nach China. Aber der Torgut hat es in sich. Erstmal muss man vor 13h dort sein, da nur bis 13h nach China eingereist werden darf. Der Grenzposten von China ist 50km vom Pass entfernt. Man braucht aus China einen Fahrer, der einen abholt. Man braucht einen kirgisischen Fahrer mit Spezialpermit der einen faehrt...geht am besten ueber eine Agentur. Die wollen im Schnitt 800 Dollar ohne Unterkunft fuer den Trip. An der Grenze reissen Sie dir dann an drei !! Grenzposten noch den Arsch auf und wollen Kohle ziehen wo es geht...weiter ist der Uebergang am WE und bei Ferien zu..oder wenn dem Kommandant seine Frau schlecht gekocht hat usw... Ne - dat is nix fuer mich..

Bin froh, dass Dave mir die Seiten ueber Kirgistan aus seinem Lonely Planet geschenkt hat, hab sie gestern abend mit dem Messer rausgeschnitten..da stehen unschaetzbare Infos drin ueber Transport, Schlafen, Stadtplaene, Telefonnummern, Reiseagenturen etc...

Es gibt eine Alternative - ein Pass weiter suedlich im Grenzgebiet zu Tatjikistan im Gebiet der Pamir Gebirges/Hindukusch. Ist ein wenig grenzwertig dort, aber der Grenzuebergang ist auch am WE offen und ist von Osh aus in einer Gewalttour (Abfahrt 1h nachts) oder bequem mit Uebernachtung in Saryn gut in zwei Tagen zu schaffen. Denke ich werde das ueber diesen Grenzuebergang machen.
Hab gehoert, dass wenn man den Grenzposten ein oder zwei Schachteln Kippen schenkt, setzen die einen in einen chin. Truck, der einen die 7km ueber Niemandsland zw. kirgischischen Grenze und chin. Grenze mitnimmt.
Da muss ich wohl in Taschkent Kippen kaufen gehen lol.

Meld mich wieder aus Taschkent