Samstag, 28. März 2009

Kashgar - Kothan (Hotan) die Stadt der Jade

Horido,
die Fahrt von Kashgar nach Kothan oder Hotan wie es hier heisst, dauerte geschlagene 11 Std. Ich denke von den 11 Stunden war ich bestimmt 4 in der Luft :) - ernsthaft, irgendetwas an dem Bus war nicht in Ordnung. Der schaukelte sich derart auf, dass man wie auf einem wilden Bronco in seinem Sitz herumflog. Nichts fuer zarte Maegen. grinz. Waehrend der Fahrt haben drei Leute aus dem fahrenden Bus gekuebelt :) - was bestimmt nach nicht so angenehm war, da erstens ein starker Wind herrschte und zweitens in der Wueste zwangslauefig viel Sand in der Luft ist. Man konnte ungefilert in die Sonne sehen, soviel Sand war in der Luft. Interessante Fahrt war es trotzdem.
In Hotan dreht sich alles um Teppiche, Seide und vor allem WEISSE JADE. Ueberall trifft man auf sie. Auf oeffentlichen Plaetzen, auf Denkmaelern, im Hotel, in unzaehligen Geschaeften entlang der Hauptstrasse und am Abend im Bazzar, wenn die Leute ihre Teppiche ausbreiten und den "Fang" des Tages ausbreiten und unter dem strengen Blick jadesuchender Uiguren, die mit Taschenlampen die Steine durchleuchten, diese versuchen an den Mann zu bringen.
Irgendwie liegt hier so ein "Goldfieber" in der Luft, vor allem draussen am Jade-Kashgar-Drachenfluss.
Dieser kommt direkt aus der tibetischen Hochebene herabgeflossen, an die Hotan angrenzt. Hier sitzen in dem ca. 500m breiten fast ausgetrockneten Flussbett hunderte von "Gluecksritter" welche die weisse Jade suchen und dann am Abend auf der Strasse oder in Geschaeften verkaufen.
Man kann hier einfache runde Anhaenger als Halskette fuer 15 Euro erstehen, in der Vitrine nebenan finden sich dann Stuecke fuer 200 - 2000 Euro. Je nachdem was der Schleifer aus dem Stein gemacht hat. In der Regel werden kleine Motive wie Drachen oder Flusslandschaften in den Stein geschliffen oder es werden Tiere oder Budda herausgeschliffen.
Ich hab aber auch Steine gesehen, die kosteten schlappe 29.000 Euro - 34.000 Euro. Wenn man so durch die Gassen schlendert, wird man automatisch von dem Jadevirus angesteckt. Irgendwie toll. Die Frauen in meiner Verwandtschaft wird es freuen wenn ich zurueck bin. grinz...

Kurz bevor ich abfuhr hab ich dann tatsaechlich ein Cafe gefunden, wo ich einen echten Cappuccino serviert bekam - unglaublich wie lecker so was schmeckt, wenn man mehrere Wochen darauf verzichten musste. Es gab dann noch einen Erdbeerkuchen auf chin. Art.. naja..sag ich nur..

Mittwoch, 25. März 2009

Karakoram Highway

Heute war ein langer Tag. Um 5h gings los. Mit dem Mietwagen/Fahrer zusammen mit einem Briten und einen Israeli entlang des Karakoram Highway bis kurz vor die Tore der Stadt Tashkurgan. Die Stadt liegt vor der pakistanischen Grenze und wird ueberwiegend von Reisenden ueber den Khunjerab Pass (ca. 4800m) genutzt. Leider ist der Pass bis 1.Mai gesperrt. Dementsprechend ruhig war es auch auf der Strecke. Auf der Rueckfahrt hielten wir am Karkul See (3600m) an. Dieser ist umgeben von dem grandiosen 7546m hohen Mount Muztagh Ata und anderen 7000. Der ideale Ort um zu trekken. Zuerst gabs in einer Jurte bei Nomanden Buttertee und etwas Brot. Dann gings los. Die beiden Mitfahrer wollten nur um den See laufen. Also ging ich alleine auf Tour. Denke der Berg zu Fuessen des Muztagh Ata war ca. 4000 - 4200m hoch. Dementsprechend ging die Pumpe :) . War aber ein tolles Erlebnis da oben zu stehen und auf den tief unter mir liegenden See und den hoch ueber mir liegenden Gipfel des 7500er zu schauen.
Leider war die Sicht nicht so gut und es gab dann irgendwann Schneeschauer. Ich stieg dann recht schnell zum See ab und lief zurueck zum Auto.
In Kashgar noch schnell einen Kebab reingedrueckt im Restaurant an der Strasse - schoen mit Liegesofa.grinz. und jetzt gehts dann ab in die Kiste. Ist 21.30h und ich bin hundemuede. Morgen fahr ich weiter nach Khotan (zumindest hab ich vor soweit zu kommen). Das ist eine Stadt am Rande der Taklamakanwueste, die fuer ihre weisse Jade beruehmt ist. Von dort aus will ich quer durch die Taklamakan auf einer neuen Schnellstrasse wieder hoch zur noerdlichen Seidenstrassenroute wechseln. Hab die Route im GEO gelesen und war hin und weg. ueber 600km reinste Wueste. Das wird bestimmt toll werden.

Gute Nacht :)

Dienstag, 24. März 2009

Durch Kirgyztan bis Kashgar

Hallo again aus China.

Die letzten Tage waren sehr abenteuerlich. Ich startete in Fergana(Uzbekistan) vor drei Tagen. Mit den beiden Prof. die in Chiwa traf. Wir fuhren zusammen nach Andijan, das ist an der Grenze zu Krigistan/Tatjikistan.
Ich hatte viel im Vorfeld ueber Krigistan und seine Polizisten von anderen Travellern gehoert und stellte mich auf harte Zeiten ein. Sie sehen einen als fette Kuh die gemolken werden muss....im Land selbst sind nicht alle Ziele erreichbar, da die Saison noch frueh und der Schnee noch hoch, Strassen nicht passierbar sind. Der Tourgut Pass ist sowieso reine Schickane, also das muss ich mir nicht geben. So entschied ich ueber einen kleinen Nebenuebergang Richtung Tatjikistan das Land Krigistan nach China zu verlassen. Aber soweit sind wir noch nicht. Zuerst musste ich ja mal erst Uzbekistan verlassen.
Wieder eine langwierige Zollerklaerung ausgefuellt. Meine bei der Einreise, welche auf jeden Fall mitgefuerht werden musste, interessierte kein Schwein, auch die nicht, welche ich akutell ausfuellte. Ich hatte nur 20 Euro im Geldbeutel fuer den Fall, dass die Polizei das Verlangen hat mir wegen irgendwas Kohle abnehmen zu wollen. Den Rest hatte ich wie immer am Koerper verteilt..
Nachdem erst der Chefe persoenlich kam und mich in trotz EDV in ein Buch eintrug und persoenlich signierte, durfte ich Uzbekistan verlassen. Also rein nach Kirgisien dachte ich. Am Zoll war alles nett, niemand wollte, dass ich meinen Koffer oeffne oder so. Zwar Schlange von Leuten aber das ist normal.. also irgendwann kam ich dran und ahh...der Grenzbeamte zeigte auf eine dunkle Gluehbirne. Kein Strom, keine EDV..ich sollte warten bis 18h dann waere wieder Strom da. Ich sagte ok, was soll ich sonst tun?
Er fragte wo ich hinwolle. Ich machte den Fehler und erklaerte ihm, dass ich nicht in Osh bleiben wollte, sondern nach Sary-Tash reisen wollte, mitten in den Bergen Krigistan, 90km von der chin. Grenze entfernt.
Aha - dachte sich die Sau und meinte, dass ich da heute wohl nicht mehr hinkomme wuerde. Ich sagte ja das wird wohl so sein..im Spiegel hinter ihm sah ich, dass der PC auf Standby lief, also Strom da war...der Hund wollte nur Geld..
Ploetzlich war da ein "Freund" der meinte, ob ich nicht krigisische SOM haette. Ich sagte nein, ich hab nur uzbekische SUM. Er meinte, es waere hilfreich das Geld in lokales Geld zu tauschen (ach denk mal.. das hatte ich sowieso vor...) also ging ich mit ihm zu einer Bank an der Grenze. Dort tauschte ich mein restliches uzbekisches Geld - es war Sonntag und die Banken in Osh hatten sowieso zu und sonst haette ich auch kein Geld bekommen. Also hab ich noch 10 von
meinen 20 Euronen getauscht und wir gingen zurueck zum Grenzhaus. Dort kam dann der Beamte mit sorgenvollem Gesicht heraus und meinte, dass er mich ja heute abend registrieren kann, wenn die EDV wieder geht - die Gebuehr ware so 10 Euro in SOM. Ich zahlte - da ich mir sowas in der Art schon dachte... das mit dem Strom war ja nett eingefaedelt.
Also war ich in Krigistan. Ah - mein Pass war natuerlich schon lange fertig. Als ich zahlte bekam ich diesen mit allen Stempeln und so ausgehaendigt. grinz.

In Osh versuchte ich ein Taxi nach Sary Tash zu bekommen. Sehr schwierig, da Sary Tash selbst fuer kirgisische Verhaeltnisse nicht zu den Orten zaehlen, wo der Baer tanzt... ich fand dann einen Farmer der mit einem alten Mercedes Bus (die fahren dort alle deutsche Autos im Alter zw. 10 -15 Jahre - hab mal geschaut ob mein alter Opel hier rumfaehrt..) und 5 Fahrgaesten und 2 Tonnen Kalk an Bord.
16h gings los - aber zuerst auf einen Hinterhof. Dort haben wir den Kalk umgeladen auf einen Lkw der uns ebenfalls begleitete. 17h nachdem alle mithalfen beim Umladen, bin ich dann fuer 400 Som, das sind ca. 8 Euro mitgenommen worden. Die Fahrt dauerte bis 00.45h. Ich las, dass die Strasse dorthin einigermassen sein sollte und erst hinter Sary Tash schlimm werden sollte.
Aber was ich da sah... dachte es kann nie schlimmer werden. Die Karre ging als am Berg aus (Paesse ueber 3600m) schneeverwehte Strassen, minus 10 Grad draussen, Schotterstrassen mit ausgefahrenen hartgefrorenen Rinnen... wir mussten den Bock als anschieben (rueckwaerts den Berg runter) da der Anlasser kaputt war... aber irgendwann kamen wir an. Im Auto sass auch Juri mit Frau, der in Sary Tash an der Schule den Kindern dort als Lehrer russisch beibringt. Er meint, es sei alles im gruenen Bereich. also gut.
Unterwegs haben wir in einer lokalen ubeheizten Betonbude (Raststaette) Halt gemacht und wirklich gut gegessen. Heisses tolles Gulasch und heissen Tee. War echt gut.

00.45h blieb der Mercedes in einer Schneewehe direkt vor dem "Hotel" stecken. Ich bekam einen Raum gezeigt, in dem vier Betten standen die sowas von dreckig waren, aber der Raum war einigermassen bei plus 2 Grad warm. Also Schlafsack raus und mit Klamotten und Jacke rein. Geschlafen bis 6h. In der Nacht kam dann der Mercedes Anschiebhilfe von einem Lkw der vorbeikam. auch gut.
Ich warte auf einen vorbeifahrenden Lkw zur chin. Grenze. Es kam ein Uigure der meinte ich soll nochmal bis 8h schlafen und dann wuerde er mich mitnehmen.
Also wieder in Schlafsack, Urigure legte sich Bett neben mich und deckte sich schoen zu. grinz.
um 8h ging ich raus, der Herr schlief weiter, also dachte ich mir, ein anderer Fahrer muss her.
in der guten Stube traf ich Atonji?? er lud mich sofort zum Fruehstueck ein und meinte nebenbei, dass er nach Kashgar fahre und ich mitkommen koenne. Er wollte ums verrecken kein Geld von mir annehmen. Ich musste ihm zum Schluss foermlich 8 Euro aufzwingen. Unterwegs merkte ich dann, dass die Strasse gestern ein Traum war. Das man mit Lkw und Anhaenger solch eine Strasse aeh Piste oder Fahrspur ueber 100km fahren kann, verlangt wirkliches Feeling am Steuer.. unterwegs begleiteten uns ueber 10km zwei Adler die bis auf 20m immer wieder an den Lkw heranflogen. witzig.
Tolle Landschaft dort. Einsamer geht es glaube ich kaum. Also fuer Trekkingtouren im Sommer muss dass hier die Nummer 1 sein.

Die Grenze aus Kirgistan war relativ einfach. Es bildete sich ein Lkw Stau von 3 Km da die Grenze fuer Stunden geschlossen war. Ich verliess Atonji nach Austausch von Adressen und der zusage, dass sein Sohn anrufen werde, da der besser Englisch koenne als er und ging zu Fuss an die Grenze. Uebergang war einfach. Gab einem Zoellner ein Packung Kippen, die ich mir gekauft hatte und schon wurde ein Fahrzeug beigeschafft, dass mich die 7km durch das Niemandsland an die chin. Grenze brachte. Dort musste ich meine Koffer oeffnen und alles wurde genau angeschaut. Musste sogar die Bilder auf der digicam vorzeigen. Ich meinte dann nur sueffisant, ob er Zeit habe. Der Beamte fragte wieso, ich sagte, dass ich ca. 600 Bilder bislang geschossen hatte, da ich ja schon eine Weile unterwegs war..

Das reichte ihm wohl. Draussen vor dem Tore traf ich einen "Biznezman" der aus Kirgistan kam und mit ihm zusammen mieteten wir uns ein Taxi ins ca. 200km entfernte Kashgar. Kam um 22h dort an.
Suchte mir ein nettes Hotel im Asia Stil mit allen Bequemlichkeiten.

KASHGAR

Heute stand Kashgar auf dem Plan. Die Fahrt gestern von der Grenze weg, machte schon richtig Laune. So tolle und vielfaelltige Landschaft. unglaublich.
Die Stadt hier ist das interessanteste was ich auf meiner Tour bislang sah. Ein Schmelztiegel an unterschiedlichster Menschen. Hier merkt man richtig, dass der Handel mit anderen Laender einen jahrtausend alte Tradtion hat. Der Hauptteil der Menschen sind Uigiuren die eine Turksprache sprechen, aehnl. dem tuerkischen bzw von der Klangmelodie eher persisch. Man sieht Uzbeken, Tatjiken, Kasachen, Russen, Han-Chinesen - blonde, rothaarige, asiatisch schwarze Haare..die Basare sind voll von allen moeglichen und unmoeglichen Dingen. Traf unterwegs eine Han-Chinesin, die also Touri ich hier rumsprang. Wir kamen ins Gespraech. Sie meinte, dass sie hier ihren Mann besucht, der seit 2 Jahren hier arbeitet. Sie wohnt in der Naehe von Hongkong. aha. wir trafen den Mann um 15h zum gemeinsamen Dinner. Sehr interessant was wir assen. Reis mit Schafsfleisch und suessen Jogurt. Schmeckte so einigermassen.grinz. hab immer noch einen teilweise europaeischen Magen.lacht. Nach dem Essen ging ich dann meiner eigenen Wege.

Leider bin ich zum Sonntagsmarkt um einen Tag zu spaet gekommen. lag aber am Visa. bis naechsten Sonntag will ich aber nicht warten.

Traf vorhin auf der Strasse einen Typen aus England, der fragte mich ob ich zum Karakul See wolle. Ich meinte, dass ich da morgen hinfahren werde und ueber nacht bleiben wolle. Nach kurzem Gespraech wurde klar, dass er und ein Freund auch dieses Ziel haben und wenn wir eine Tagesexkursion daraus machen, es fuer uns billiger und stressfreier werden wird. Also gehts morgen um 7h los. Das heisst fuer Eure Zeit, heute nacht um 24h, da ich Euch um 7 Std voraus bin. Wir wollen unterwegs uns auch an dem schmalen Handtuch aufhalten, dass zw. Indien und Tatjikistan nach China reicht - Afghanistan. Dort hinter dem Bergen sollen nach Geruechten die Amis grad Truppen haben. Aha.
Aber davon werden wir wohl hoffentlich nicht viel mitbekommen.
So. Mehr faellt mir grad nicht ein.
Bis die Tage..
Wie immer..Ohren steifhalten...

Samstag, 21. März 2009

Chiwa - Tashkent - Fergana Tal (1200km) was in den letzten beiden Tagen geschah..

Salute,
bin nicht in Tashkent, sondern schon im Fergana Tal, nahe der kirgisischen Grenze. Ab morgen gilt mein Visa fuer Kirgistan und da will ich keine Zeit verlieren, da das Reisen dort um diese Jahreszeit problematisch erscheint. Aber der Reihe nach.

In Chiwa hab ich beim Abendessen in meiner Pension zwei nette aeltere Herren aus Deutschland kennengelernt. Einer ehem. Verkaufleiter einer Firma, der andere Ex Dozent/Prof. an der Uni Kiel, Historiker. Der Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch. Wir haben uns zusammengetan und sind gemeinsam mit dem Taxi vom Chiwa zum Flughafen - wir hatten denselben Flug mit der IL. Aus der IL wurde dann aber eine Tupolew und die flog zuerst nach Nukus an den Aralsee :) fiel wohl eine Maschine aus und es wurde umgebucht.
In Nukus mussten alle aussteigen und den schoenen Provinzflughafen bewundern. Wir durften sogar um das Flugzeug herumlaufen und es von unten begutachten.grinz.
In Tashkent angekommen, entschloss ich mich mit den Herren gleich ins Ferganatal mitzufahren. Die Fahrt dauerte 5h und ging ueber 380km ueber Schotterpisten und Paesse. Zuerst war es aber ein Kuhhandel am Busbahnhof um ein Taxi/Minibus. Die beiden Herren kapierten nicht gleich, dass man in Uzbekistan auf Maximierung ausgelegt ist. D.h. kein Platz bleibt unbesetzt. Kaum hatten wir einen guten Deal fuer ein Auto ausgehandelt, sass schon ein Uzbeke auf dem Beifahrersitz. Nun hatten wir jeder 2 Gepaeckstuecke. Etwas eng. Also wieder alles ausgeladen. Das ganze fand 4 oder 5 mal statt. Ich hab mich innerlich fast abgelacht. Stellenweise 20 wild gestikulierende Uzbeken um uns herum. Einer der beiden Herren immer um den Preis feilschend und als ihm die Leute zu eng wurden, sich wie ein Derwisch im Kreis drehend Platz schaffend. Sehr lustig. Ich hab von ausserhalb in Ruhe meine Verhandlungen mit Kuli auf einer Ziggarettenschachtel gefuehrt. Ging auch. Letztendlich fuhren wird dann um 14.30h los.
Als wir Fergana ankamen gings mir richtig dreckig. Dachte die Krankheit waere endlich vorbei, aber es wurde richtig schlimm.
Nachdem den beiden Herren ein gutes Mittelklassehotel zu teuer war (33Euro pro Nacht mit Fruehstueck, Hotel Asia) und in einen altes Osthotel zogen, das 10 Euronen billiger war, fuhr ich wieder zurueck in das Asia. War die richtige Wahl. Nach dem Essen hab ich eine Schwitzkur ueber die halbe Nacht durchgezogen mit Baedern etc. und heute morgen war ich wieder halbwegs fit. Ok, der Husten ist noch da. wird auch noch ne Weile da sein, aber es geht besser. Konnte im Hotel heute morgen sogar mal wieder 1h Krafttraining durchziehen. Schoenes Gefuehl wieder mal Sport gemacht zu haben.
Heute hab ich mich mit den Herrschaften getroffen und wir fuhren nach Margilan. Das ist ein beruehmter Ort hier fuer Seidenraupenzucht. Das liegt auf der Seidenstrasse doch nahe oder?
und ich brauche noch einen Schal fuer die Wueste in China, da ich meine Reiseplaene etwas andern werde und nicht die noerdliche Seidenstrasse in China, sondern die suedlichen Seidenstrasse nach Turfan bereisen werde. Da muss ich ca. 1000km durch reinste Wueste fahren. Da brauch ich einen FES vor dem Kiefer..

Morgen fahr ich nach Andijon. Werde mit mit den Herren Prof. die ebenfalls nach Andijon wollen ein Taxi teilen und von dort nach Osh in Kirgyztan fahren. Die beiden Herren wollen mich zur Grenze begleiten. Ich werde in Osh noch versuchen noch bis Saryn zu kommen. Das liegt zwar nur 190km suedlich von Osh, ist aber der Ausgangsort zur Grenze nach China. Hierzu muss ich einen Pass von 3680m Hoehe queren. Wenn nicht steige ich vielleicht im Osh Guesthouse ab. Da dies wohl ein Treff fuer Alleinreisede Richtung China ist (*laut Lonely Planet). Kippen fuer die chin. Zoellner hab ich mir hier schon gekauft..
Kann sein, dass ich mich erst in ein paar Tagen aus China melden kann. Keine Ahnung wielange ich im Gebirge unterwegs sein werde.

Da es mir aber koerperlich wieder gut geht, bin ich guten Mutes.

xayr! wie der Uzbeke zum Abschied verkuendet..

Donnerstag, 19. März 2009

Die letzten Tage (Buchara - Chiwa 590km)

Moin.
Bin in Chiwa gelandet. Liegt an der Grenze zu Turkmenistan, ziemlich im Westen von Uzbekistan.
Bin von Buchara aus mit einem privaten gemieteten Fahrer hergekommen. Hab Dave - der Prof. an der Uni von Almaty in Kasachstan ist - und der in selben Pension wie ich in Samarkand war, wiedergetroffen. Wir haben zusammen den Wagen durch die Wueste gemietet. War ne abenteuliche Fahrt. Ueber eine schwimmende Bruecke, aus Pontons der russ. Armee. Ewig alt das Teil und die Hoehenunterschiede zwischen den einzelnen Teilen wurden grad mit einer Ladung Dreck aus einem Lkw ausgeglichen. Aha. Aber es ging. man konnte tatsaechlich drueberfahren.
Chiwa ist sehr klein und sehr touristisch. Die Festung ist vielleicht 300x300m gross. Die Waende der Haueser und der Festung selbst bestehen aus Sand gemixt mit Stroh und wasweisich... bin hier grad zusammen mit einer Reisegruppe Franzosen und Japaner die einzigen Touris.
Wenn man da dann so alleine durch die Festung schlendert, kommt schon Seidenstrassenfeeling auf. Wirkt alles sehr echt.
Leider gibt es auch ein paar negative Seiten. Ich habe keine Stelle gefunden die Geld tauscht. Es gibt zwar hier einen ATM wo ich Dollar bekomme. Das ist gut, da ich fuer Krigistan Dollar brauche, aber tauschen tut mir das Geld niemand. Hab gestern mit haengen und wuergen 20 Dollar in einem Hotel in Sum tauschen koennen. Die Nationalbank hat zu :) die naechste Bank ist 20km weg in Urganch. Das Taxi dorthin kostet aber auch Geld. grinz.
Weiter ist es hier SCHWEINEKALT. Auf der Fahrt durch die Wueste wurde es immer kaelter. Ich hab grad alle meine Jacken und Handschuhe an. Trage noch Fleecepulli und Polo drunter. Liegt vielleicht auch dran, dass ich krank bin. Hab mir irgendwo einen ganz trockenen Husten geholt. Schaetze im Iran. Dazu kommt ein wenig Fieber. War mit Sultan noch in Buchara in einer Apotheke. Sultan wollte die ganze Apo. leerkaufen. Hab dann auf das wesentliche reduziert. War immer noch ein Berg Medikamente. Hoffe das der Husten bald vorbei ist. Ansonsten muss ich den Tag hier irgendwie rumkriegen. Hab mir ueber Opodo.de einen Flug von Urganch nach Taschkent fuer morgen frueh um 10h gebucht. Flieg mit einer IL 61 was immer das auch ist. Muss im Netz mal recherchieren..Hatte keinen Bock auf 12Std Busfahrt nach Taschkent. Bis so um 12h schon in Taschkent und kann meine Reise nach Kirgistan vorbereiten, bzw. das Neujahrfest feiern, dass am 20.3. ueberall in Asien gefeiert wird. Um 15h ist es soweit, da knallen die Korken!!

Kirgistan wird wohl nicht so einfach. Das Land besteht zu 94 Prozent seiner Flaeche aus Bergen. Durchschnittshoehe uerber Meer 2700m. Die Paesse die ich nach China reisen wollte sind alle bis Mitte Mai gesperrt. Muesste von Osh nach Bishek fahren (700km) und von Bishek ueber den Torgutpass (500km) nach China. Aber der Torgut hat es in sich. Erstmal muss man vor 13h dort sein, da nur bis 13h nach China eingereist werden darf. Der Grenzposten von China ist 50km vom Pass entfernt. Man braucht aus China einen Fahrer, der einen abholt. Man braucht einen kirgisischen Fahrer mit Spezialpermit der einen faehrt...geht am besten ueber eine Agentur. Die wollen im Schnitt 800 Dollar ohne Unterkunft fuer den Trip. An der Grenze reissen Sie dir dann an drei !! Grenzposten noch den Arsch auf und wollen Kohle ziehen wo es geht...weiter ist der Uebergang am WE und bei Ferien zu..oder wenn dem Kommandant seine Frau schlecht gekocht hat usw... Ne - dat is nix fuer mich..

Bin froh, dass Dave mir die Seiten ueber Kirgistan aus seinem Lonely Planet geschenkt hat, hab sie gestern abend mit dem Messer rausgeschnitten..da stehen unschaetzbare Infos drin ueber Transport, Schlafen, Stadtplaene, Telefonnummern, Reiseagenturen etc...

Es gibt eine Alternative - ein Pass weiter suedlich im Grenzgebiet zu Tatjikistan im Gebiet der Pamir Gebirges/Hindukusch. Ist ein wenig grenzwertig dort, aber der Grenzuebergang ist auch am WE offen und ist von Osh aus in einer Gewalttour (Abfahrt 1h nachts) oder bequem mit Uebernachtung in Saryn gut in zwei Tagen zu schaffen. Denke ich werde das ueber diesen Grenzuebergang machen.
Hab gehoert, dass wenn man den Grenzposten ein oder zwei Schachteln Kippen schenkt, setzen die einen in einen chin. Truck, der einen die 7km ueber Niemandsland zw. kirgischischen Grenze und chin. Grenze mitnimmt.
Da muss ich wohl in Taschkent Kippen kaufen gehen lol.

Meld mich wieder aus Taschkent

Montag, 16. März 2009

Samarkand und Buchara

Samarkand! Was soll ich sagen, der Name alleine spricht schon Baende! Eine der Hoehepunkte auf der Seidenstrasse. Schon Poe und Goehte liessen sich in Gedichten zu der Stadt aus. Auch ich habe bei der Vorbereitung meiner Reise eines gefunden und in meinen eigenen Reisefuehrer geschrieben. Hab es dann auf dem Registan (Hauptplatz in Samarkand - umgeben von drei grossen Moscheen) gelesen. Ich konnte jetzt nicht ganz konform gehen, aber die Stadt hat was - immer noch. Die Altstadt ist klasse. Die Neustadt dagegen sturer Russenplattenbau.
Doch ich blieb in der Altstadt. Traf mich gestern mit einer Professorin fuer Deutsch an der Uni hier zum Dinner. Habe interessante Sachen ueber Uzbekistan erfahren, nun wird mir auch klar warum man hier in meiner tollen kleinen Pension mit Balkonblick auf einer der Hauptmoscheen von Samarkand anrief und nach mir verlangte. Niemand! weiss dass ich hier wohne. Ich kann jetzt hier nicht mehr schreiben. Keine Zeit. Ich denke in China oder besser Nepal habe ich mehr ZEIT. Ihr versteht was ich meine..
Gestern war ich noch auf der Suche nach einem Geldautomaten. Die grossen Hotels hier haben meistens so ein Ding vor der Tuer. War in einem drin Keine Gaeste - erst ab April. Automat war leer - dafuer Dieter aus Duesseldorf getroffen. Er ist ca. 55 J und der Mangager hier. Hat mir sein Hotel gezeigt und einen Kaffee (Saeco lechz) gab es auch. Nett.

Bin heute mit dem Zug von Samarkand nach Buchara gefahren. Buchara liegt am Rande der roten Wueste. Hier ist es nett warm. Fast koennte man kurze Hosen anziehen - nur fast. Hab ein nettes Hotel bekommen - Sultan hat mich vom Zug abgeholt. Habe ihn und Feruz ueber einen "Kunden" von mir kennengelernt. Nette Kerle. Treff mich in einer Stunde mit einem von beiden und er zeigt mir die Stadt.

Im Zug sass Dave neben mir. Er war auch in der gleichen Pension wie ich in Samarkand. Er ist Proffessor fuer BWL in Almaty in Kasachstan. Sieht ein wenig wie Catweatzle aus :) also wenn man weiss dass er Proffessor ist, dann ok.. kommt aus Bosten. Denke ich werde mit ihm gleich am Labi-Hauz einen Tee schluerfen. Der Labihauz ist so was wie ein grossen Wasserbecken mit Mosscheen aussenrum und alten Maennern die Tavli spielend in Cafe rumhaengen. Also genau mein Stil.
Morgen werde ich die restlichen Sehenswuerdigkeiten anschauen. Am Mittag will Sultan mich an eine 45km entfernte Oase fahren. Kann dort schwimmen. Mal sehen was das wird.grinz.

Ja und heute abend werde ich mir mal hier einen russischen aeh uzbekischen Nachtclub/Disse/oder so what man geben.grinz.

also vor allem Dir MAMA! mir gehts gut. Bin nicht im Iran in den Knast gekommen und hab auch nicht vor hier mit dem Gesetz gross in Konflikt zu kommen. Kann aber nicht mehr schreiben, da ich echt wenig ZEIT habe, du verstehtst.

Am 20.Maerz wird hier in ganz Mittelasien das Neujahrsfest gefeiert. Da muss ich unbedingt and er Grenze zu Kirgistan/Tatjikistan sein. Dort wird so ein Spiel auf Pferden um eine tote Ziege gespielt. Dat will ich natuerlich sehen.
gruesse Thomas

Anmerkung:
Da ich so nette Antworten bekommen habe, dass ich doch die Prosa des unbekannten Dichters veroffentlichen sollte, hier die Zeilen:

"Man sagt, dass man durch die ganze Welt reisen kann, sich die Pyramiden anschauen und das Laecheln der Sphinx bewundern kann.
Du kannst das weiche Singen des Adriawindes hoeren und ehrfurchtsvoll vor der Akropolis knien,
Du kannst von Rom und seinem Collosseum gefangen sein, entzueckt sein von Notre Dame in Paris oder dem alten Mailaender Dom.
Aber wenn Du einmal Samerkand gesehen hast, wirst Du immer von seiner Magie verzaubert sein."

Nette Zeilen, die Lust auf Ansehen machen. Ganz so ist es natuerlich nicht, aber wie gesagt, der Ort hat was...

Freitag, 13. März 2009

Teheran - Taschkent 2800km oder Castaway..wir spielen Tom Hanks am Flughafen nach

Mahlzeit.
Bin in Taschkent angekommen.Heute nacht um 2h an den Immam Komeini Flughafen oder wie sich der Kerl auch immer schrieb, gefahren worden. Flug ging um 6h aber man muss 3h vorher da sein. also schlafen am Flughafen und schlafen im Flugzeug.
Taschkent hat mich mit Sonne und T-Shirt Wetter empfangen. 19 Grad - schoen. Aus dem Flieger raus und in der Warteschlange zum Visastempel zwei Deutsche vom Akademischen Auslandsdienst kennengelernt. Sie wollen mich mit in die Stadt nehmen. Haben einen Fahrer der sie abholt und sie empfehlen mir auch gleich ein nettes und schoenes Hotel - der Fahrer bringt mich auch dorthin. Toll, meine Laune kann nicht besser sein.
Ich lege meinen Pass hin und der Beamte hinter dem Tresen meint, dass ich nicht einreisen darf. Ich halte das fuer einen schlechten Scherz. Mein Visa gilt vom 13 - 31.3. fuer 14 Tage..ahh.. da hat wohl einer in der Botschaft in Berlin Bockmist gebaut.
Sie untersuchen es mit der Lupe ob die 13 nicht eine 18 ist. Ich meine, dass ich doch nicht 5 Tage im Transferbereich leben kann :) fuehle mich wie Tom Hanks. Die beiden Deutschen dolmetschen, das erleichtert die Sache. Es kommt nach einer Weile ein Beamter der Einwanderungsbehoerde und aendert mein Visa vom 12 bis 27 fuer 14 Tage..aehhh...???
egal, ich darf einreisen..Welcome in Uzbekistan sagt der Beamte und gibt mir meinen Pass zurueck.
Hotel stellt sich als klasse heraus. Nach kurzer Dusche will ich Taschkent sehen, also mit Taxi in die Stadt. Stelle noch fest, dass man mir mein Batterieladegeraet fur meine Akkus (Foto, Taschenlampe..) geklaut hat.Na da hoffe ich, dass ich wieder irgendwo eins kaufen kann.
In Taschkent lerne ich eines sehr schnell: Fahre als Auslaeder NIE Metro. Ich werde an JEDER Station, an welcher ich den Zug verlasse sofort kontrolliert. Taschen auslehren, meinen Pass zeigen, Beamte zaehlen mein Geld in den Hosentaschen..witzig aber zeitraubend..also nur noch Taxi, das ist dreimal so teuer, aber bei einem Preis von 2 Euronen pro Fahrt vernachlaessigbar.
Nach dem Iran muss man sich an den Anblick von in Miniroecken vorbeistolzierenden Uzbekinnen erst gewoehen, aber das recht schnell ..grinz.. wie ich gemerkt habe.
Habe noch schnell Geld am Geldautomaten geholt. Leider ist ein 1000 Som Schein, gerademal 50ct wert, d.h. bei 50 Euro - 100 Scheine.. da hat man was in der Hose, wenn man den Automaten verlaesst..hihihi.

morgen werde ich wohl nach Samarkand weiterziehen. Taschkent hat tolle Museen, die ich aber auf der Rueckfahrt besuchen werde. Habe ca. bis 22.3. Zeit durch das Land zu reisen, dann will ich in Krigistan sein.

Hab von der Sache in Winnenden gehoert bzw. gestern im iranischen TV gesehen. Sehr schlimm. Da ist das AMOK Training doch eine gute Sache, bin froh dass ich das mitgemacht habe.

Also Bilder gehen nicht mehr. muss erst die alten loeschen und neue einfuegen. hab aber mein kartenleser im hotel gelassen, sonst haett ich mal wieder was hochgeladen. ne std internet kosten bei 512mb/h 1000 som also 50ct. da kann man lange surfen.

ah noch was, bin euch 4h voraus, bei mir ist jezt grad 19.20h laut meinem handy mit deutscher zeit bei euch wohl 15.15h und fast Wochenende.

gruesse aus UZ

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Mittwoch, 11. März 2009

Molloch Teheran oder was bisher so geschah

in Tabriz gings mit dem Bus los. werde puenktlich im "hotel" aehm... abgeholt. Am Busbahnhof gehen sich zwei Iranis an die Waesche. Der eine hat wohl eine Stuhlbein eines zu transportierenden Stuhls beschaedigt. Zum Schluss sind 17 !! Iraner aussenrum und wollen schlichten..bzw legen sich mit den unterschiedlichsten Parteien an. Ich bleib schoen im Bus (neuer MAN) sitzen und schau zu...interessant, interessant..

Im Bus sind wir 10 Leute - der Bus faehrt durch.. also genug Platz fuer alle. Wie immer die Maenner vorne und die Frauen hinten...was fuer ein Land..

Zwei Tankstopps und eine Pause. In dieser sucht einer der Iranis das Gespaech mit mir...alle Iranis sind extrem freundlich und sehr neugierig... wir verstaendigen uns ueber meine Buch ohne Worte-- nur Bilder drin. Wir erfahren aber alles notwenige ueber den anderen und lachen herzlich dabei.
Abends um 18h dann Einlauf in Teheran. Was fuer ein Molloch. 15 Millionen Einwohner. Ein Verkehr wie in Bangkok nur fahren die Leute hier aggressiver. Sehe einen Verkehrstoten und einen schwerverletzten Menschen auf der Strasse liegen. Das ist Warnung genug...very very carefully..
Mein Freundle ueber das Internet entpuppt sich als Pfeife...das merke ich aber erst spaeter. Zuerst machten wir einen Treffpunkt auf einem Busbahnhof aus. Nur war es der falsche... Nach vielen SMS und Telfonaten, wobei ich fremden Leuten einfach mein Telefon hingehalten habe, da ich nicht wusste wo ich in dieser Stadt war :) haben wir und getroffen. Nach einem weiteren Telfonat erklaerte er mir dann, dass er ein Student waere und eben erfahren habe, dass ich nicht auf dem Campus schlafen darf.. nett. Mittlerweile 21h... wir brauchen weitere 50 Min durch ein supervollen Teheran, ueberfuellte Busse etc. ich hatte ja nur 28kg Gepaeck bei mir.grinz. aber auch hier nur freundliche Leute die mir das Gepaeck aus dem Bus trugen etc. alle waren ganz wild den Deutschen im Bus zu sehen...eigentlich doof.

Dann teilt mir der Vogel mit, dass seine Uni 40km ausserhalb waere und um 22h zumacht. er muesse bei mir schlafen. toll. ich hab ja ein grosses Herz... Das Hotel ist ne Absteige. Ich will ins Hilton oder Sheraton. Er sagt gibt es in Teheran nicht. Also drittklassige Bude. Sauber aber laut und halt islamisches Klo..

10.3.09

6.30h raus aus dem Bett, joggen im Park und ein wenig Krafttraining. hab schon ueber 4 Tage nix mehr gemacht und will fuer Nepal fit bleiben.
Dann Sehenswuerdigkeiten von Teheran. Palaeste, Basar, Plaetze bis 13.30h, dann muss ich was essen. Massoud hat wohl nie Hunger. Aber ich, also ab in die Kebabstube. Lecker Huehnchen. ehrlich - war richtig gut gewesen.
Mittags treffen wir andere Leute vom Couchsurfing und wir gehen in den Norden von Teheran. Dort gehen wir in erstmalig in ein westliches Cafe. Lecker Latte M. ich beschliesse meinen Freund in die Wueste zu schicken, da er hier mehr eine Last als Hilfe oder Freude ist... aber wie? er ist sehr nett und meint es echt gut, hat aber echt nix drauf.grinz. Zum Teil muss ich ihm den Weg erklaeren. Er kommt aus einem Kuhdorf irgendwo in Kurdistan und ist erst 6 Mon in der Stadt, na toll Korinek, alles richtig gemacht..

am Abend wird es aber richtig gut. Wir treffen einen Freund von Ihm, der Tierarzt ist. Wir gehen in seine Praxis und nach Praxisschluss faehrt er mich zu allen schoenen Plaetzen Tehran bei Nacht. Wir fahren 25km ausserhalb (an den Stadtrand) auf Berge und schauen uns die Stadt bei Nacht an.
Erfahre viel ueber den Iran - der ist auf meiner Wellenlaenge - sehr netter Mensch.

Zurueck im Hotel um 1.30h. Massoud schlaeft natuerlich auch wieder da... Ich verabschiede mich dann noch im Hotelzimmer von ihm und erklare ihm, dass ich am naechsten Tag snowboarden gehe und nicht weiss wann ich von den Bergen wieder da bin. Wir treffen uns dann vielleicht am Donnerstag (ich werde ihm aber per SMS absagen).


11.03.09
Snowboarden.
Blauer Himmel, Sonne. Der perfekte Tag zum boarden. Hab von Massoud erfahren (was sich als falsch rausstellte), dass in Dizin kein Schnee liegen wuerde - DIZIN ist das Skiparadies im Iran. Nur auf dem Dervamand (4500m) laege Schnee. Also mit der Metro heute morgen an den Stadtrand gefahren.
Witzige Momente in der Metro erlebt. Stehe in Boarderklammotten da und neben mir der Mensch im Anzug. grinz. Die Metro ist so voll, dass man sich schlaegt um raus und rein zu kommen. nett. ich hab ganz schoen ausgeteilt. grinz. ja so ein deutscher kann auch boese sein.hihi

dann mit dem taxi fuer 6 Dollar zum Skilift und dort Board und Schuhe fuer 20 Euro geliehen. Tagespass 15 Euro und um 10h stand ich auf der Piste. geil.

Wuerde die Pisten als Blau bis Rot bezeichnen. Bin nach einem Warmup gleich mal abseits in den harten Schnee rein. Das hat wohl einigen Iranis gefallen. Hab gleich Anschluss an eine Gruppe von 4 Leuten, die perfekt Englisch koennen, wohl sehr betucht sind und ueberaus nett.

War ein toller Tag, leider hab ich meine Uhr verloren. War zwar nicht teuer, aber ans Herz gewachsen. Wir suchen zu fuenft, Fehlanzeige. Nach dem Abliften, fahren mich die Leute noch zur Metro, da sie nicht wollen, dass ich mir ein Taxi nehme und in der Stadt verloren gehen koennte.. hallo? hab ich nicht hergefunden??
Ich hab mir auf Persisch in mein Notizbuch Reis mit Haehnchen und Mineralwasser, mein Hotel und andere Dinge schreiben lassen.. so ueberlebe ich wenn niemand englisch kann.grinz.

So nun geht es ab in die Stadt - geniese grad jede Minute alleine. War die letzten 50Std staendig mit jemanden zusammen. schoen so alleine durch die Stadt zu schlendern.
Morgen treff ich mich mit weiteren Iranis die ich heute beim boarden kennengelernt habe. die wollen mir den Rest der Stadt zeigen.schoen. dann noch "Hotel" bezahlen, Geld tauschen...

ah und ein Hilton gibt es auch. Lohnt sich aber nicht mehr zu wechseln, da ich am Freitagmorgen um 2h das Hotel verlasse um um 3h am Imman Kommeini Flughafen zu sein. 6h geht der Flieger Richtung Taschkent, Landung um 10.30h Ortszeit.
Versuche noch ein paar Bilder der letzten tage hochzuladen.

gruesse aus dem Molloch

Sonntag, 8. März 2009

7/8.3.09 Ankara - Grenze Iran/Tabriz ca. 1200km

die Tage hab ich Gas gegeben. Viel passiert in der Zeit. Von Ankara -Van gibts nicht viel zu erzaehlen. Ueber Land haette die Tour 3 Tage gedauert. Mit Peagsus fuer 40 Euro 1.30Std. In Van bei strahlendem Sonnenschein und minus 3 Grad gelandet, ueberall Schnee. Im Flugzeug hab ich einen Kurden kennengelernt, der mich schnell per Taxi in die Stadt gebracht hatte. Dort angekommen, kam ich schnell zur oertlichen Busstation. Um 15h ging ein Minibus los - ich kam um 14,45h an. Glueck muss man haben. Die Tour an die iranische Grenze kostete schlappe 7 Euro und ging ueber 220km.
Die Fahrt ging nonstopp durchs wilde Kurdistan. Ueber Passe bis 3000m Hoehe, durch tiefverschneite Landschaften, bei strahlender Sonne.
Ab und zu ein Kampfhubschrauber der tuerkischen Armee im Tiefflug ueber uns hinweg, gibt einem doch gleich ein grosses Mass an Sicherheit. Vor allem wenn die ganze Zeit im Bus eine CD mit der Melodie "Was weiss ich.. Kurdistan" gedudelt wird...
Um 19.30h nach zwei Militaerkontrollen waren wir dann kurz vor der iranischen/irakischen Grenze. Die Polizisten oder Militaer sahen auf einmal immer mehr wie heilige Krieger aus. Die Fahrzeuge der Herren hatten immer mehr Panzerungen aufzuweisen - schnell weg von hier..

Beim Aussteigen habe ich einen netten Irani kennengelernt, der mit einer Siebenbuergerinn aus Hermannstadt verheiratet ist. Er wollte auch nach Tabriz. So beschlossen wir gemeinsam zu reisen, da nach seiner Aussage die Reise alleine nachts zu gefaehrlich sei. Kurze Zeit spaeter wusste ich auch warum...
wir kamen an die Grenze mittels Taxi. Saukalt, Wind, Schnee..mitten im Niergendwo..interessanter Ort,grinz..
Mittlerweile war es 21h. Die tuerkischen Seite war kein Problem.
Iran ging so. Ohne meinen "Dolmetscher" haette ich wohl echte Probleme bekommen. Der Grenzuebergang ist wohl fuer Ausslaender eher ungewoehnlich..
Als Beruf habe ich auf Anraten meines neuen Freundes Lehrer angegeben, ansonsten haette ich mich wohl einem Verhoer wegen Spionage oder so unterziehen muessen..so was..
meinen Koffer habe ich natuerlich auch auspacken mussen. Nachdem wir uns wieder ein Auto organisiert hatten - Taxi ist das falsche Wort fuer diesen Zustand von Fahrzeug und weiteren Fahrgaesten - so faehrt man billiger . grinz kamen wir in einem Kaff im Iran an. Dort die Suche nach einem weiteren Taxi nach Tabriz. Es war mitterweile 24h(Iran hat 2h Vorsprung). Wir kamen nach 2 weiteren Polizeikontrollen und einem Gespraech meines Begleiters das er fuer mich fuehrte - Spionageverdacht...dort standen Jungs mit entsicherten AK 47 mit dem Finger am Abzug.... ich kam mir wie in einem schlechten Film vor.. kamen wir an dem groessten Salzsee der Erde vorbei.
Straende die so weiss waren, dass sie im fast Vollmond glitzerten.. selbst im dunkeln sah das seh sehr schoen aus.
In Tabriz dann um 1h ein Hotel entdeckt, dass meinen hygienischen Vorstellungen so auf niedrigstem Level entsprachen. Ich wuerde fuer Deutschland das Wort Absteige benuetzen. Hier ist das ein Drei Sterne Hotel. ok.
aber es ist sauber und hat Toiletten nach westlichem Vorbild. Die Heizung steht auf 5 und laesst sich nicht abdrehen. ich sterbe nachts vor hitze..

Heute morgen hab ich mich mit meinem neuen Freund getroffen und er hat mir die Stadt und seine Sehenwuerdigkeiten gezeigt.
Am Mittag haben wir den groessten ueberdachten Basar den es gibt besucht. dort haben wir uns den Mittag bei einigen Freunden von ihm im Laden rumgetrieben. eigentlich wollten wir nur kurz bleiben, sind dann aber, da immer wieder Leute kamen und mich sehen wollten, Foto geschossen wurden, Haehnchen mit leckerem Reis bestellt wurde, Tee getrunken wurde...den ganzen Mittag haengen geblieben. Nebenbei haben wir einen Flug bei Iran Air fuer mich gebucht, da ich nicht nach Turkmenistan einreisen darf, meine Busfahrt morgen nach Teheran organisiert und ein paar Postkarten geschrieben. Das Porto hat mich umgehauen. 1ct pro Karte. Ich bin gespannt ob die je ankommen. Eine ging an D11. Mal sehen wer vorher da ist - ich oder die Karte.
Es ist aber ein sehr gewoehnungsbedurerftiges Leben hier mit den ganzen verschleierten Frauen und den Regeln. Frauen haben im Bus einen eigenen Einstieg (hinten) und sitzen getrennt von den Maennern. Man darf nie mit einer nicht verheirateten Frau alleine sprechen oder im Raum sein. Die Iraner sind aber alle sehr nett und furchtbar neugierig. Deutschland hat wie in fast allen arabischen Staaten einen absolut guten Ruf.
Mal sehen wann ich wieder ein paar Bilder adden kann. Wie gesagt morgen gehts nach Teheran und Freitagmorgen geht der Flieger nach Taschkent.
gruesse aus Tabriz